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EHRENTAG DES GRUNDGESETZES

Respekt im Netz

Durch digitale Räume werden Möglichkeiten zur Verbreitung von Informationen und der Kommunikation darüber erweitert und verändert. Dementsprechend entstehen neue Herausforderungen in der Gestaltung des gesellschaftlichen Diskurses, insbesondere in Bezug auf politische Themen. Diese Herausforderungen betreffen sowohl was diskutiert als auch wie über kontroverse Themen verhandelt wird. Ersteres lässt sich darauf zurückführen, dass im Internet, bspw. durch Social Media-Plattformen und KI-generierte Inhalte, eine Vielzahl unregulierter Informationen bereitgestellt werden, sodass es schwierig wird, falsche Informationen – sogenannte Fake News – zuverlässig zu erkennen. Ein Beispiel für Letzteres ist die Verbreitung von Hate Speech, menschenverachtende Aussagen, Beleidigungen und sprachliche Angriffe im Netz, deren Verbreitung durch die Anonymität auf Social Media gestärkt wird.

Die Bereiche Medienkompetenz, sprachliche und demokratische Bildung hängen unmittelbar miteinander zusammen und müssen daher stärker miteinander verknüpft gefördert werden.

© Vito Murillo Mendoza

    Warum ist Respekt im Internet relevant für die Demokratie?


    Hate Speech und andere Formen sprachlicher Gewalt werden durch Algorithmen sowie das einfache Teilen solcher Inhalte innerhalb kürzester Zeit einer Vielzahl von Nutzenden angezeigt, sodass sie Diskussionen über bestimmte Themen im Internet prägen können. Dies verletzt nicht nur die Persönlichkeitsrechte betroffener Personen, sondern verhindert zudem eine konstruktive Debatte über kontroverse Inhalte. Gerade eine solche Debatte ist jedoch entscheidend für demokratische Prozesse, bei denen die Perspektiven aller Betroffenen berücksichtigt werden sollten. Durch die Struktur von digitalen Plattformen, kann theoretisch jeder Person ermöglicht werden, dort ihre Ansichten zu teilen und gleichberechtigt am Diskurs teilzunehmen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn ein respektvoller Umgang miteinander eingehalten wird.

    Die Nutzung des Internets wird durch das Verhalten der Anwender:innen geformt. Zwar geben Social-Media-Plattformen durch ihre technologische Grundstruktur einen gewissen kommunikativen Rahmen vor (bspw. dadurch, welche Funktionen den Nutzenden zur Verfügung gestellt werden), doch die Verantwortung dafür, respektvoll und konstruktiv miteinander zu kommunizieren sowie die Meinungsfreiheit jedes Einzelnen zu unterstützen, liegt bei den Anwender:innen selbst. Aus diesem Grund kommt der digitalen Demokratiebildung eine besondere Bedeutung zu: Eine Befähigung zur kritischen Reflexion des eigenen Nutzungsverhaltens sowie der eigenen Sprachhandlungen, verbunden mit dem Wissen darüber, wie politische Debatten digital geführt werden, ist der effektivste Schutz für demokratische Kommunikation im Netz.

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    Projekte an der Ruhr-Universität

    Im Promotionskolleg „Mit Sprache. Mitbestimmung durch SprachGewalten“ (Sprecher: Prof. Björn Rothstein) wird im Rahmen des Promotionsvorhabens von Jonah Hendriks ein digitales Testinstrument für Mittelstufenschüler:innen entwickelt, das argumentative Kompetenzen im Kontext sozialer Medien überprüft. Konkret werden den Schüler:innen in dem Test politische TikTok-Videos gezeigt, mit der Aufgabe, die darin enthaltenen Überzeugungs- und Manipulationsstrategien zu identifizieren, analysieren und zu beurteilen. Dadurch soll eine Förderung digitaler demokratischer Sprachkompetenzen ermöglicht werden.

    Zum tool (Pilotversion)

    Zum Promotionskolleg "Mit Sprache"

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    Ansprechpartner:innen

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    Dr. Marie Vanderbeke
    Center of Educational Studies, Graduate School of Educational Studies und Internationalisierung

    Raum: GAFO 05/622
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    Jonas Herrmann
    Wissenschaftliche Hilfskraft, Projekt digiLL_COM, Forschung und Internationalisierung

    Raum: GAFO 05/622