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EHRENTAG DES GRUNDGESETZES

Demokratie leben – Gemeinsam in Bewegung bleiben

Wenn wir von Demokratie reden, scheint klar, worüber gesprochen wird – und doch wird nicht immer dasselbe gemeint. Mit John Dewey lässt sich zunächst festhalten, dass Demokratie mehr ist als eine Staatsform: „Sie ist in erster Linie eine Form des Zusammenlebens, der gemeinsamen und miteinander geteilten Erfahrung“. Als Lebensform kann und muss sie von uns alltäglich neugestaltet werden. Dabei ist die Suche nach Gemeinsamkeiten aber auch der Umgang mit Differenz entscheidend. Demokratietheorien setzen hier unterschiedliche Akzente, etwa auf Beteiligung, Aushandlung oder Kritik bestehender Verhältnisse. Um diese Aufgabe zu bewältigen, ist es hilfreich, das eigene Demokratieverständnis zu klären.

Möchten Sie herausfinden, welcher Demokratietyp Sie sind und welches Verständnis von Demokratie Sie verfolgen? Finden Sie es hier heraus.

Demokratiequiz

"Demokratie entsteht nicht automatisch, sie hängt davon ab, wie Beteiligung ermöglicht und mit Konflikten umgegangen wird."
© RUB, Marquard

    Wie können Vereine einen Beitrag zu Demokratiebildung leisten?

    Vereine und kulturelle Initiativen sind freiwillige Zusammenschlüsse, in denen Menschen gemeinsam Entscheidungen treffen müssen. Genau darin liegt ihr besonderes Potenzial für Demokratiebildung. Hier wird die gemeinsame Suche nach Verständigung ebenso praktisch erfahrbar wie der Umgang mit unterschiedlichen Positionen und Interessen. Demokratie zeigt sich dabei als lebendiger Aushandlungsprozess, in dem Verantwortung übernommen und Gestaltungsspielräume genutzt werden. Solche Erfahrungen können demokratische Kompetenzen stärken. Gleichzeitig entsteht Demokratie nicht automatisch, sie hängt davon ab, wie Beteiligung ermöglicht und mit Konflikten umgegangen wird.

    Projekte an der Ruhr-Universität

    An der Ruhr-Universität Bochum erforschen wir gemeinsam mit anderen Wissenschaftler:innen, wie Demokratie in Sportvereinen und sozialen Gruppen gelebt und gelernt wird (z. B. Projekt DeBiS). Unsere Studien zeigen: Demokratie entsteht nicht automatisch, sondern muss im Alltag gemeinsam hervorgebracht werden. Deshalb entwickeln wir praxisnahe Materialien, die dabei unterstützen, das eigene Demokratieverständnis zu reflektieren und Teilhabe sowie den Umgang mit Konflikten bewusst zu gestalten.

    Für Sportvereine haben wir einen Materialkoffer zur praktischen Arbeit am Demokratieverständnis entwickelt. Der digitale Koffer enthält ein Lernvideo, das grundlegende Informationen vermittelt, einen Selbsttest sowie zwei Fallbeispiele, die realitätsnahe Situationen aus dem Sportvereinsleben darstellen und eine Möglichkeit bieten, die theoretischen Demokratiekonzepte praktisch anzuwenden und zu diskutieren.

    Zum Materialkoffer

    Veröffentlichungen

    Gaum, C., Ratzmann, A., Steinmann, A., Casser T. & Jaitner, D. (2025). Demokratiebildung in Sportvereinen: Die Bedeutung des Demokratieverständnisses. Forum Kind Jugend Sport 6, 117–122.
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    Jaitner, D. & Gaum, C. (2026). Konzepte der Demokratiebildung und politischen Bildung Eine Expertise (nicht nur) für den organisierten (Vereins-)Sport. Bundesinstitut für Sportwissenschaft.
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    Ansprechpartner:innen

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    Dr. Marie Vanderbeke
    Center of Educational Studies, Graduate School of Educational Studies und Internationalisierung

    Raum: GAFO 05/622
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    Jonas Herrmann
    Wissenschaftliche Hilfskraft, Projekt digiLL_COM, Forschung und Internationalisierung

    Raum: GAFO 05/622