Seit 2024 koordiniert die Arbeitsgruppe „KI im Lehramt“ die hochschulweiten Aktivitäten der PSE zu diesem Thema. Die AG arbeitet als Community of Practice - offen, interdisziplinär und mit einem klaren Fokus auf die Lehre.
Zielsetzung
Die AG verfolgt das Ziel, KI als Thema und Kompetenzanforderung systematisch und dauerhaft in der gesamten Lehramtsausbildung der RUB zu verankern – nicht als isoliertes Zusatzangebot, sondern als integralen Bestandteil des Studiums in den Fächern und den Bildungswissenschaften. Dafür bringt sie Fachdidaktiken, Bildungswissenschaften und schulpraktische Phasen in einen gemeinsamen Austausch und stärkt die Verbindungen, die für eine kohärente Lehrkräftebildung im Zeitalter der Digitalität unerlässlich sind. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Entwicklung und Erprobung innovativer Lehr-Lern-Formate, die KI sowohl als Thema als auch als Werkzeug produktiv nutzbar machen. Dabei setzt die AG bewusst auf Kooperation und Synergien: Vorhandene Expertise auf dem Campus soll interdisziplinär gebündelt, Doppelstrukturen vermieden und gemeinsame Ressourcen nachhaltig genutzt werden. Über die RUB hinaus pflegt die AG den Anschluss an überregionale Netzwerke wie das Hochschulforum Digitalisierung, den KI-Campus und die FernUniversität Hagen – um von aktuellen Entwicklungen zu profitieren, eigene Erfahrungen einzubringen und die Lehramtsausbildung an der RUB als Teil einer lebendigen Fachgemeinschaft zu positionieren.
Handlungsfelder
Die AG hat inzwischen konkrete Handlungsfelder identifiziert, die den Kern einer zukunftsfähigen Lehramtsausbildung berühren. Ein zentrales Prinzip ist dabei der didaktische 'Doppeldecker': KI wird konsequent sowohl als Lerngegenstand als auch als Werkzeug gedacht – immer mit Blick auf Studierende, die heute an der Hochschule lernen, und morgen als Lehrkräfte vor der Klasse stehen. Eng damit verbunden ist die Frage nach AI Literacy im Lehramt: Welche KI-Kompetenzen brauchen angehende Lehrkräfte wirklich, und wie lassen sie sich fächerübergreifend und fachspezifisch systematisch aufbauen? Ein weiteres Handlungsfeld widmet sich der neuen Prüfungskultur – denn KI verändert nicht nur das Lernen, sondern auch das Prüfen: prozessorientierte Formate, KI-sensitive Bewertungskriterien und ein reflektierter Umgang mit KI-generierten Inhalten stehen dabei im Mittelpunkt. Darüber hinaus entwickelt die AG ein fächerübergreifendes Angebot zum wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben mit KI, das allen Lehramtsstudierenden an der RUB zugutekommen soll. Mit Blick auf das Praxissemester wird gemeinsam erhoben, welche KI-Anforderungen alle Fächer teilen und welche fachspezifisch zu verorten sind – eine Grundlage für eine kohärente Begleitung im Übergang zwischen Hochschule und Schule. Über die konkreten Handlungsfelder hinaus richtet die AG den Blick bewusst auch auf die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen, die mit den KI-Entwicklungen einhergehen. Dazu zählen etwa demokratiegefährdende Dynamiken durch Deepfakes und Desinformation ebenso wie die zunehmende Auslagerung sozialer Beziehungen an KI-Systeme (Relational AI). Die Reflexion solcher gesellschaftlichen Wirkungen versteht die AG als integralen Bestandteil einer verantwortungsvollen AI Literacy und damit als Grundlage einer mündigen, demokratischen Bildungskultur.
Die AG trifft sich regelmäßig und lebt vom Austausch: Sie bringt Vertreter:innen aus Fachdidaktiken, Bildungswissenschaften, Hochschuldidaktik und schulpraktischen Phasen zusammen – und ist offen für alle, die das Thema KI im Lehramt gemeinsam weiterdenken möchten. Neue Perspektiven, Ideen und Kooperationen sind jederzeit willkommen. Sprechen Sie uns gerne an!